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Am dritten Wochenende im November 2007 bricht der Winter ein über Deutschland, zusätzlich streikt die Bahn. Doch diese Umstände können die Teilnehmer des Projektes „Die 42 KM von Berlin“ nicht davon abhalten, ihr Ziel, das Kongresshotel am Templiner See, anzusteuern. Sie haben sich in einem Lostopf von über 100 Bewerbungen durchgesetzt, da stellte die Anreise nach Potsdam keine Hürde mehr dar. Schließlich finden sich 19 der 20 erwarteten zukünftigen Läufer nahezu pünktlich ein. Sie sind alle HIV-positiv und wollen mit Freiwilligen und Freunden gemeinsam im nächsten September 42.195 Meter am Stück bezwingen.
In der vorletzten RUNNING-Ausgabe haben wir über die Kick-off-Veranstaltung der von dem Pharmaunternehmen Abbott GmbH & Co.KG initiierten Aktion „Die 42 KM von Berlin“ berichtet. Ziel der Läufergemeinschaft ist der Marathon in der Hauptstadt im September 2008. Dieser Herausforderung stellen sich zahlreiche Sportlertreffs, nicht nur in Deutschland. Das Besondere bei den „B42ern“ ist die Tatsache, dass sie HIV-positiv sind und größtenteils bis zum Projektbeginn keine Affinität dem Laufsport gegenüber verspürten. Zu ihnen gesellen sich Freunde und Freiwillige, um ihnen unter die „Füße“ zu greifen. Nach dem letzten Zusammentreffen sind viele Kilometer vergangen, nun sah man sich am ersten Märzwochenende an bekannter Wirkungsstätte in Potsdam wieder.
Robert kommt ins Schnaufen, knapp 300 Meter liegen noch vor uns und die Uhr über dem Zielbogen tickt unbarmherzig weiter, sie nimmt keine Rücksicht darauf, dass jetzt und hier eine neue Bestmarke gesetzt werden soll. Die Schweißtropfen auf der Stirn meines Laufpartners mehren sich, seine Schritte werden kürzer – unsere Unterhaltung stockt seit ein, zwei Kilometern, als ich ihm einzureden begann, dass noch „alles drin ist“.
Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende – und meistens hat das, was ein Ende hat, auch eine Fortsetzung, so jedenfalls will es eine Volksweisheit. Schließlich haben es gute Dinge nicht verdient, einfach so beendet zu werden, sondern sollten von Dauer sein. Solche oder ähnliche Gedankenkaskaden müssen auch den Verantwortlichen des Projektes „Die 42 KM von Berlin“ durch die Köpfe geflossen sein.
„Jetzt geht’s los“ stand mit dickem Filzstift auf dem Flipchart geschrieben, als Jo - achim Franz die Teilnehmer des Projektes „42 KM Of Cologne – Be Part Of It“ zum zweiten Aktionswochenende in der Sportschule Hennef vor den Toren Kölns begrüßte. Und recht hatte er an diesem Freitag, dem 15. 01.2010, denn die folgenden Tage dienten nicht nur der Weiterbildung, sondern sollten auch Standortbestimmung auf dem Weg zum großen Ziel sein.
Der Kassel Marathon 2010 diente den Teilnehmern des Projekts „42 KM Of Cologne – Be Part Of It“ als Zwischenstation auf dem Weg zum Ziel. Dies ist der Marathon im Rahmen der Gay Games am 07.08.2010 in Köln. Hier will die Gruppe gemeinsam an der Startlinie stehen, um möglichst die darauf folgenden 42.195 Meter zu bewältigen – ohne Druck mit reichlich Spaß. In Nordhessen sollten es Mitte Mai aber vorerst 21,0975 Kilometer sein.
„Be Part Of It“ sprich „sei ein Teil davon“ – so lautete der Slogan der Gay Games Cologne 2010, aber auch das Motto eines wirklich außergewöhnlichen Projektes, das beim Marathon im Rahmen der schwul-lesbischen Spiele nicht nur ein Teil war, sondern ihm seinen Stempel aufdrückte. Doch der Reihe nach.
Längst gehören sie zur Marathonszene dazu, die Läufer, Freunde und Fans des Projektes B42. Im Jahr 2007 waren die Sportler mit dem großen B und der Zahl 42 zum ersten Mal auf den Straßen der Republik zu finden, schnell breitete sich die Idee aus und mittlerweile gibt es Fotos von Laufveranstaltungen auf der ganzen Welt, wo das Logo mit stolzer Brust über die Ziellinie getragen wurde. Nun wächst die B42-Familie erneut mit großen Schritten weiter, denn der nächste Vorsatz ist gefasst.
Wenn Paare Nachwuchs bekommen, stellt sich ihre bisherige Welt gewaltig auf den Kopf. Zuvor nicht gekannte Begriffe und auch Tätigkeiten bestimmen auf einmal das Leben. Treffen dann mehrere Eltern aufeinander und beginnen über ihre Erfahrungen zu diskutieren, zeichnen sich über den Köpfen Außenstehender, die noch nicht in dieser Situation waren, zumeist Fragezeichen ab. Ganz ähnlich ist es bei Laufanfängern, bei denen gerade die Faszination für diesen schönen Sport ausbricht. Und ebenso war es am ersten Februarwochenende beim zweiten Treffen der dritten Staffel des Projektes B42.

































